EPITOME

 

EINFÜHRUNG

Am 13.Juni 2000 hat der Großmeister der NATIONAL-GROSSLOGE VON FRANKEICH Claude Charbonniaud dem Großmeister des GROSSPRIORATS VON GALLIEN ­ VEREINIGTE ORDEN, Daniel Fontaine, einen " Entscheid " zukommen lassen, in der er ihm den Bruch mit den Verträgen zwischen den beiden Jurisdiktionen, die seit 1958 vereint waren, mitgeteilt hat, womit eine einzigartige und neue Situation geschaffen wurde, die eine gewisse Reihe von Aufklärungen und Feststellungen erforderlich macht.

Deshalb macht diese Epitome es sich zur Aufgabe, noch einmal die Geschichte der immer schwierigen Beziehungen zwischen den beiden Organisationen nachzuzeichnen, in der die wichtigsten Momente der Geschichte des Rektifizierten Schottischen Systems in Frankreich hervorgehoben werden, und wo der Platz, die Aktion und der Einfluss des GROSSPRIORATS VON GALLIEN ­ VEREINIGTE ORDEN in der Welt unterstrichen wird. Dies geschieht mit dem Ziel, Punkt für Punkt auf die feindseligen, ja sogar verleumderischen Anschuldigungen zu antworten, die das Motiv für diesen brudermörderischen " Entscheid " des Großmeisters der G.L.N.F. abgegeben haben.

Bei Betrachtung der heutigen Lage ist diese Epitome es sich schuldig, die sowohl freimaurerischen als auch juristischen und internationalen Konsequenzen zu erwähnen. In der Tat ist es klar, dass die NATIONAL-GROSSLOGE VON FRANKREICH sich selbst durch den brutalen Bruch am 13. Juni das Recht entzieht, den Rektifizierten Schottischen Ritus regulär und legitim zu praktizieren. Der status quo ante ist automatisch wieder hergestellt, und wie vor 1958 kommt dieses Recht legal dem Nationalen Direktorium der Vereinten und Rektifizierten Schottischen Logen von Frankreich zu.

Selbstverständlich ergreift das GROSSPRIORAT VON GALLIEN keinerlei voreilige Maßnahmen; allerdings ist es seine Pflicht, diejenigen Brüder, die die G.L.N.F. vor die Tür setzt, nicht allein zu lassen. Er handelt zum Besten des Ordensinteresses.

Diese Epitome wendet sich also ohne Ausnahme an alle Brüder des Rektifizierten Schottischen Ritus. Die Schottischen Meister von Sankt Andreas haben den Auftrag, ihn so weit wie möglich zu verbreiten.

Es ist die Mission des Rektifizierten Schottischen Systems, die christliche Familie zu versammeln

Kurzer geschichtlicher Abriss über das Rektifizierte Schottische System in Frankreich :

1737 ­ 1774 Jean-Baptiste Willermoz und seine Brüder aus Straßburg, Lyon und
Bordeaux lassen sich " rektifizieren ", das heißt, sie werden in der Strikten Observanz aufgenommen.
Constitution der drei Direktorien von Lyon, Straßburg und Bordeaux des Rektifizierten Schottischen Systems.

31. Mai 1976 Einheitsvertrag zwischen den Direktorien des Rektifizierten Systems und des Großorients von Frankreich. Artikel 6: " Der Großorient und die Großen Direktorien bewahren jeweils und ausschließlich Verwaltung und Ordnung der Logen ihres Ritus und ihres Systems ".

25. November- 10.Dezember 1778 Konvent von Lyon (Convent des Gaules). Annahme des " Maurerischen Kodex der Vereinten und Rektifizierten Logen Frankreichs " und des " Allgemeinen Kodex des Ordens der Wohltätigen Ritter der Heiligen Stadt ". Sie sind auch die heute noch geltende Constitution des Systems.
Schaffung des Priorats von Helvetien.

16. Juli- 1. September 1782 Konvent von Wilhelmsbad. Allgemeine Verbreitung des Rektifizierten
Systems in Europa.
Das Priorat von Helvetien wird Großpriorat.

2. Februar 1793 Gründung der Loge Das Zentrum der Freunde durch Umwandlung der
ehemaligen am 25. Juni 1778 gegründeten Loge Wilhelm Tell der
Schweizer Garde.

1805 Wiederherstellung des Direktoriums (Präfektur) von Besançon.

8. November 1808 Das Zentrum der Freunde schließt sich auf eigene Bitte und auf
Entschluss von J.B. Willermoz an das Rektifizierte Schottische System
an. Es wird Direktorium (Präfektur) von Neustrien.

14. Juni 1811 Bündnisvertrag zwischen dem Rektifizierten Schottischen System und dem Großorient von Frankreich (Erneuerung des Vertrags von 1776).

1839 Ephemeres Aufleben der Präfektur von Neustrien.

1840 Aufleben der Präfektur von Besançon ­ wo die Arbeiten bis über 1860 hinaus verfolgt werden.

11. Juni 1910 E. de Ribaucourt, C.Savoire und G.Bastard, Mitglieder des Großorients
von Frankreich werden in Genf zum Wohltätigen Ritter der Heiligen Stadt (CBCS) geschlagen.
Am selben Tag schafft das Unabhängige Großpriorat von Helvetien (G.P.I.H.) einen Komtur in Paris, die von der Genfer Präfektur abhängt und übergibt Ribaucourt ein Patent im Hinblick auf die Konstituierung einer Präfektur von Paris und das Aufleben des Direktoriums von Neustrien.
Am selben Tag findet das Erwachen des Zentrums der Freunde statt, das am 15. März 1911 vom Großorient von Frankreich (G.O.D.F.) anerkannt wird.

15. /18. April 1911 Bündnis- und Freundschaftsvertrag zwischen dem G.P.I.H. und dem
G.O.D.F.

5. November 1913 Das Zentrum der Freunde verlässt den G.O.D.F.

20. November 1913 Die Unabhängige und Reguläre National-Großloge für Frankreich
und die Französischen Kolonien (G.L.N.I.R.) wird vom Zentrum der Freunde und der Englischen 204 von Bordeaux gegründet und von der Vereinten Großloge von England anerkannt.

25. November 1913 Die G.P.I.H. kündigt wegen Nichteinhaltung der Vereinbarungen (Änderung der Rituale) den Vertrag von 1911 mit dem G.O.D.F. auf.

6. Dezember 1913 Erste Constitution des G.L.N.I.R.: " Die Arbeiten sind in allen Logen
absolut konform mit dem Ritual des Rektifizierten Systems. Diese Rituale wurden 1778 etabliert und 1782 bestätigt " (Artikel 2).Diese Constitution wird am 4. November 1915 außer Kraft gesetzt und durch eine andere ersetzt.

April 1924 Nach fruchtlosen Verhandlungen erklärt die G.P.I.H., dass sie
die G.L.N.I.R " als Rektifizierte Gewalt als irregulär " erachtet.

19. September 1933 C.Savoire, der im G.O.D.F. geblieben war, richtet im Großen
Kollegium des Ritus eine Abteilung des Rektifizierten Ritus ein. Er nimmt den Titel Großer Prior an.

23. März 1935 Savoire und einige andere verlassen den G.O.D.F. Am gleichen Tag richtet das G.P.I.H. die Präfektur von Paris ein und erhebt sie zum
GROSSPRIORAT VON GALLIEN.

20. /23. März 1935 Charta zur Einrichtung der Präfektur von Paris unter der Führung des
G.P.I.H. und offene Briefe zum Erwecken des Rektifizierten Schottischen Systems in Frankreich unter der Obedienz des Großen Direktoriums von Gallien.

5. /25. Juli 1935 Bündnis- und Freundschaftsvertrag zwischen dem Großen Direktorium von Gallien und dem G.P.I.H. (der in weiten Teilen dem Vertrag von
1911 zwischen dem G.P.I.H. und der G.O.D.F. entspricht).

24. Oktober 1935 Schaffung der Großen Rektifizierten Schottischen Loge.

21. Februar 1938 Das G.P.I.H. erinnert offiziell daran, dass es die Ansprüche auf den Rektifizierten Schottischen Ritus in Frankreich auf das GROSSPRIORAT VON GALLIEN (G.P.D.G.) übertragen hat.
September 1939
- Juni 1947 Stillegung des G.P.D.G. wegen des Krieges und der anti-mauerischen Verfolgungen. Ein Teil der Archive verschwindet.

Ende 1944 Wiederaufnahme der Arbeiten der G.L.N.I.R., die am 29. Oktober 1948 zur National-Großloge von Frankreich (G.L.N.F.) wird.

31. Dezember 1949 Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen dem G.P.I.H. und dem G.P.D.G.

27. Januar 1954 Das G.P.I.H bestätigt die Charta und die Patentbriefe von 1935

7. Juli 1958 " Abkommen " zwischen der G.L.N.F. und dem G.P.D.G.

21. Oktober 1965 " Zusatz " zum Abkommen von 1958 zwischen der G.L.N.F. einerseits und dem G.P.D.G. andererseits und dem Direktorium der Schottischen Freimaurer von Sankt Andreas.

10. Januar 1984 " Gemeinsame Erklärung " des Großmeisters der G.L.N.F. und des Großpriors/Großmeisters des G.P.D.G.

21. Januar 1991 Austausch eines " zusammenfassenden Dokuments " zwischen dem Großmeister der G.L.N.F. und dem Nationalen Großmeister und dem Großprior des G.P.D.G..

13. Juni 2000 " Entscheid ", mit dem die G.L.N.F. die gemachten Vereinbarungen zwischen der G.L.N.F. und dem G.P.D.G. aufkündigt.

Weltweite Ausstrahlung des GROSSPRIORATS VON GALLIEN ­ VEREINTE ORDEN :

Seit seiner Gründung im Jahre 1935 und insbesondere seit 1984 versteht sich das G.P.D.G. als eifriger Vertreter des Rektifizierten Schottischen Ritus, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, energisch und wachsam eine spirituelle Lehre zu übermitteln, die dem Geist der Begründer des Systems so weit wie möglich entspricht; und dieses unter ständigem Bemühen, die Besonderheit und Identität des Ritus zu bewahren und die authentischsten Rituale zu praktizieren. Dieses Bemühen um die Qualität der Initiationsriten ging einher mit dem Ausbau der Bindungen des G.P.D.G. mit den Großprioraten und Großlogen in aller Welt.

Zeichnen wir hier noch einmal einige der wichtigsten Ereignisse seiner jüngeren Geschichte nach:

 

 

 

 

 

Der Rückblick auf all diese bedeutenden Ereignisse zielt darauf ab, zu beweisen ­ falls das überhaupt noch nötig ist­ dass die Ausstrahlung des Rektifizierten Schottischen Systems in der Welt lebendige Wirklichkeit ist, die vom Austausch genährt wird und sich durch feste Bindungen verstärkt, was all die vielfältigen Patentgesuche und -übertragungen bestätigen.

Das GROSSPRIORAT VON GALLIEN hatte immer den Wunsch, sich harmonisch zu Seiten anderer unter der Bezeichnung Hohe Grade international anerkannter Riten zu entwickeln. Als Ritter- und Freimaurerorden hat er die Aufgabe, gegenüber der Gesamtheit der Ritter- und Freimaurergemeinschaft freundschaftlich und wohlwollend zu sein, und insbesondere gegenüber seiner natürlichen Familie, den christlichen Orden und Riten.

MEMORANDUM

Geschichte der Beziehungen zwischen dem G.P.D.G. und der G.L.N.F.